Der IRONMAN 70.3 Kraichgau 2026 hat einmal mehr gezeigt, warum das Rennen in Baden-Württemberg zu den beliebtesten und traditionsreichsten Mitteldistanzen Europas zählt. Die Kombination aus anspruchsvollem Radkurs, stimmungsvollen Ortsdurchfahrten und einer triathlonbegeisterten Region machte auch die diesjährige Ausgabe zu einem echten Saisonhöhepunkt. Rund um den Hardtsee und das Zielgelände in Bad Schönborn herrschte über das gesamte Wochenende hinweg Volksfeststimmung.
Die Strecke mit 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und dem abschließenden Halbmarathon gilt seit Jahren als eine der anspruchsvollsten im internationalen 70.3-Kalender. Vor allem die zahlreichen Anstiege auf dem Radkurs durch das „Land der 1.000 Hügel“ verlangen den Athletinnen und Athleten alles ab und sorgen regelmäßig für spannende Rennverläufe.
Besonders im Fokus stand vor dem Rennen die kurzfristige Absage von Laura Philipp. Die Ironman-Weltmeisterin und langjährige Kraichgau-Dominatorin musste ihren Start wenige Tage vor dem Wettkampf zurückziehen. Damit fehlte die sechsfache Siegerin erstmals seit Jahren im Rennen um den Titel – und eröffnete der Konkurrenz die Chance, selbst Geschichte zu schreiben.
Männerrennen: Osterholt gelingt der Durchbruch
Im Männerrennen entwickelte sich von Beginn an ein hochklassiger Schlagabtausch. Nach dem Schwimmen formierte sich eine größere Spitzengruppe, die auf dem anspruchsvollen Radkurs das Tempo bestimmte. Mit dabei waren unter anderem Fabian Kraft, der Belgier Joran Driesen und Cedric Osterholt, der in den vergangenen Monaten bereits mehrfach mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Auf den welligen Straßen des Kraichgaus gelang es keinem Athleten, sich entscheidend abzusetzen. So fiel die Vorentscheidung erst auf der Laufstrecke. Dort zeigte Osterholt die stärkste Gesamtleistung des Tages. Der Deutsche hielt dem Druck seiner Verfolger stand und setzte sich im Verlauf des Halbmarathons an die Spitze. Mit einem überzeugenden Auftritt sicherte er sich seinen ersten Sieg bei einem IRONMAN 70.3-Rennen und feierte damit den bislang größten Erfolg seiner Profikarriere.
Hinter Osterholt lief Joran Driesen auf Rang zwei. Der Belgier präsentierte sich über alle drei Disziplinen hinweg konstant und konnte vor allem auf der Laufstrecke noch wichtige Plätze gutmachen. Das Podium komplettierte Fabian Kraft, der nach einem offensiven Rennen auf dem Radkurs als Dritter das Ziel erreichte.
| Platz | Name | Nation | Swim | Bike | Run | Finish |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Cedric Osterholt | GER | 0:23:02 | 2:07:56 | 1:13:26 | 3:47:44 |
| 2 | Joran Driesen | BEL | 0:24:52 | 2:09:03 | 1:11:15 | 3:48:47 |
| 3 | Janne Büttel | GER | 0:23:14 | 2:07:29 | 1:15:34 | 3:49:39 |
| 4 | Dorian Muller | FRA | 0:26:55 | 2:05:45 | 1:14:18 | 3:50:26 |
| 5 | Sven Thalmann | SUI | 0:23:13 | 2:12:26 | 1:12:26 | 3:51:39 |
| 6 | Rémi Delagarde | FRA | 0:24:58 | 2:10:42 | 1:13:28 | 3:52:49 |
| 7 | Paul Schuster | GER | 0:24:48 | 2:11:36 | 1:12:32 | 3:53:01 |
| 8 | Lennart Sievers | GER | 0:23:33 | 2:11:15 | 1:14:33 | 3:53:28 |
| 9 | Valentin Rouvier | FRA | 0:24:49 | 2:09:01 | 1:16:11 | 3:53:55 |
| 10 | Tom Hug | GER | 0:24:54 | 2:10:10 | 1:16:02 | 3:54:59 |
Frauenrennen: Kleiser nutzt ihre Chance
Durch die Absage von Laura Philipp rückten mehrere Athletinnen in den Kreis der Favoritinnen. Besonders Lena Meißner galt im Vorfeld als aussichtsreiche Kandidatin auf den Sieg. Entsprechend offensiv gestaltete sie ihr Rennen und positionierte sich früh in der Spitzengruppe.
Doch ohne die langjährige Seriensiegerin entwickelte sich ein offener Wettkampf, in dem mehrere Athletinnen bis tief in den Halbmarathon hinein Siegchancen besaßen. Die entscheidende Rolle spielte schließlich Daniela Kleiser. Die Deutsche zeigte einmal mehr ihre außergewöhnliche Laufstärke und arbeitete sich auf den abschließenden 21,1 Kilometern kontinuierlich nach vorne.
Mit der schnellsten Laufzeit des Tages übernahm Daniela Kleiser in der zweiten Hälfte des Halbmarathons die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach 4:18:06 Stunden durfte sie sich über den Sieg beim IRONMAN 70.3 Kraichgau freuen. Die Schweizerin Loanne Duvoisin belegte mit einer Gesamtzeit von 4:20:38 Stunden den zweiten Platz und hielt das Rennen bis in die Schlussphase offen. Rang drei sicherte sich Lena Meißner, die nach einer starken Schwimmleistung und einem konstanten Rennen in 4:21:15 Stunden das Podium komplettierte.
| Platz | Name | Nation | Swim | Bike | Run | Finish |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Daniela Kleiser | GER | 0:31:41 | 2:25:48 | 1:16:13 | 4:18:06 |
| 2 | Loanne Duvoisin | SUI | 0:28:58 | 2:28:38 | 1:19:07 | 4:20:38 |
| 3 | Lena Meißner | GER | 0:25:39 | 2:25:54 | 1:25:39 | 4:21:15 |
| 4 | Daniela Bleymehl | GER | 0:29:06 | 2:26:01 | 1:24:01 | 4:23:43 |
| 5 | Merle Brunnée | GER | 0:33:59 | 2:24:48 | 1:22:08 | 4:25:44 |
| 6 | Saskia Haug | GER | 0:29:06 | 2:30:44 | 1:22:09 | 4:26:01 |
| 7 | Charlene Clavel | FRA | 0:29:57 | 2:25:51 | 1:26:12 | 4:26:20 |
| 8 | Katharina Krüger | GER | 0:27:55 | 2:31:50 | 1:32:10 | 4:36:20 |
| 9 | Christine Verdonck | BEL | 0:29:54 | 2:30:15 | 1:31:56 | 4:36:59 |
| 10 | Desirée Knecht | SUI | 0:29:58 | 2:36:30 | 1:29:18 | 4:39:49 |
Triathlonfest mit besonderem Charakter
Unabhängig von den sportlichen Ergebnissen bestätigte der IRONMAN 70.3 Kraichgau erneut seinen besonderen Stellenwert innerhalb der deutschen Triathlon-Szene. Seit Jahren verbindet die Veranstaltung Spitzensport mit Breitensport und lockt sowohl Profis als auch Tausende Agegrouper in die Region. Die enthusiastischen Zuschauer entlang der Strecke und die familiäre Atmosphäre machen den Wettbewerb zu einem festen Bestandteil des europäischen Rennkalenders.


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